sibo Lingen im Großeinsatz

32.000 m3 Beton für ein Gaskraftwerk der Spitzentechnologie

Im emsländischen Lingen wurde am 15. Juni 2007 der Grundstein für die beiden Blöcke des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks – kurz GuD – der RWE Power gelegt. An dem bestehenden Kraftwerksstandort entsteht auf einem rund 10 Hektar großen Areal eine der modernsten GuD-Anlagen der Welt. Der Wirkungsgrad der Stromerzeugung beträgt mehr als 59 Prozent. Ausgelegt ist das Kraftwerk für eine Leistung von insgesamt 875 Megawatt.

Im Frühjahr 2009 soll die Gesamtanlage nach nur zweijähriger Bauzeit in Betrieb gehen. „Diese Anlage stärkt unseren Energiemix im Gasbereich. Sie ist zudem ein wichtiger Baustein, um die Flexibilität unseres Kraftwerksparks weiter zu erhöhen“, erläutert Dr. Johannes Lambertz, Vorstand für fossil gefeuerte Kraftwerke bei der RWE Power. „Dieses Investment ist ein klares Bekenntnis unseres Unternehmens zum traditionsreichen Kraftwerksstandort Lingen und zum Land Niedersachsen.“

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Mit dem Bau des neuen Kraftwerks wird Lingen langfristig als Standort gesichert und gestärkt.“ Und weiter: “Erwartet wird ein Nettowirkungsgrad von über 59 Prozent. Das Kraftwerk wird damit weltweit zur Spitzenklasse gehören und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Rund 500 Mio. Euro investiert RWE Power in das neue Werk. Es wird für den Einsatz in Mittel- und Spitzenlastzeiten – also für die Zeiten, in denen kurzfristig zusätzlicher Strom im Netz benötigt wird – zum Einsatz kommen. Dies wird zunehmend wichtiger, da die Nachfrage nach Regelenergie steigt. Hintergrund für die verstärkte Nachfrage ist die Notwendigkeit, Leistungsschwankungen auszugleichen, wie sie zum Beispiel bei der Nutzung der Windenergie entstehen können. Ein Konsortium, bestehend aus der Alstom Power Generation AG, Mannheim, und der schweizerischen Alstom Ltd., Baden, ist als Generalunternehmer mit der schlüsselfertigen Erstellung der Anlage beauftragt. Bei der Vergabe von Unteraufträgen sollen so weit wie möglich Unternehmen aus der Region zum Zuge kommen. Insgesamt wird der regionale Wirtschaftsraum mit einem Anteil von rund 50 Mio. Euro von den Bauvorhaben profitieren. Für sibobeton Ems, Werk Lingen – die Anlage liegt ganz in der Nähe der Baustelle – bedeutet der Kraftwerksbau in Spitzenzeiten Einsatz rund um die Uhr. Schon für die Bohrpfähle wurden im April/Mai ca. 3.500 m3 Beton geliefert. Seit Juni läuft parallel die Lieferung für die Erstellung des Kühlturms und des eigentlichen Kraftwerksgebäudes. Der Kühlturm wird per Kletterschalung errichtet. Auftragsvolumen insgesamt: ca. 11.500 m3 Beton. Für die Kraftwerksanlage werden ca. 17.000 m3 Beton benötigt. Allein auf die Errichtung der drei Treppenhaustürme in Gleitbauweise entfallen ca. 1.200 m3 Beton. Hier wird bei jedem Einsatz sechs bis sieben Tage ununterbrochen betoniert. Klar, dass die sibo Anlagenführer Marcus Maiwald und Martin Veelders im Schichtbetrieb arbeiten, um durchgängig die abso-lut pünktliche Belieferung der Großbaustelle sicherzustellen.