Schellenbergbrücke, die Zweite

Rund 500 m3 Beton nonstop: Betonage des Widerlagers Nord am 8. Mai 2010. Rund 500 m3 Beton nonstop: Betonage des Widerlagers Nord am 8. Mai 2010.

In Osnabrück entsteht derzeit ein Bauobjekt, das das Stadtbild voraussichtlich ab Juli 2011 um ein attraktives Bauwerk bereichern wird. Die neue Schellenbergbrücke überspannt auf einer Länge von rund 130 m den kompletten Rangierbahnhof inklusive zwei Hauptgleise der Bahnstrecke Amsterdam - Berlin. Überbrückt werden hier außerdem der Hasekanal und ein Hasealtarm.

sibo-Einsatz für ein architektonisches Schmuckstück in Osnabrück

Die ehemalige Schellenbergbrücke war eine der ältesten Brücken im Osnabrücker Stadtgebiet. Große Teile der Konstruktion stammten aus dem Jahr 1913. Seit geraumer Zeit konnteder Verkehr jedoch aufgrund des Betriebszustandes nur noch eingeschränkt über das Bauwerk fließen. Schon Mitte der neunziger Jahre war abzusehen, dass hier auf Dauer Sanierungen nicht ausreichen würden. Ein Ersatzneubau wurde unumgänglich.

Im Jahre 2004 wurde im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung mit dem Osnabrücker Ingenieurbüro Tilebein ein kompetenter Partner für den Brückenneubau gefunden. Die alte Schellenbergbrücke wird durch ein vierfeldriges Spannbetonbauwerk ersetzt. Der Überbau wird als zwei-stegiger Plattenbalken mit ausgerundeten Stegen (Vouten) in den Stützbereichen ausgeführt. Die Gründung erfolgte für alle Überbauten über Ortbetonbohrpfähle.

„Trotz des strengen Winters liegen wir immer noch unter dem Zeitplan“, freut sich Polier Leonhard Lühn, „auch minus 16° C konnten uns nicht vom Betonieren abhalten. Lutz Vorreyer: „Wir haben die Verschalung beheizt und die Kaminwirkung genutzt. So ist der Beton sehr gut geworden.“ Stefan Timmermann, sibobeton Osnabrück: „Die Besonderheit dieser Baustelle liegt sicherlich in der recht schwierigen Vorplanung der einzelnen Betonierabschnitte, da hier immer wieder Sperrpausen der Deutschen Bahn eingehalten werden mussten. Hierdurch musste sehr häufig am Sonntag beziehungsweise in der Nacht betoniert werden. Heraus- ragendes Beispiel ist die Belieferung der Bohrpfähle am 10. Januar 2010, als wir bei schwerstem Schneetreiben und Temperaturen um minus 4° C am Sonntag nachts um 2.00 Uhr beginnen mussten und erst am Montag- morgen gegen 4.00 Uhr fertig waren. Es gab eigentlich keine Straßen, da alles unter einer dicken Schneedecke verschwunden war. Insbesondere unsere Fahrer haben hier einen hervor-ragenden Job gemacht.”

„Der Überbau”, so Stefan Timmermann weiter, „wird voraussichtlich im Juli betoniert und umfasst alleine ca. 1.400 m³ Beton, den wir aus unseren Anlagen Osnabrück, Georgsmarienhütte und Melle mit zwei Pumpen der Mastgröße 52/55 sowie ca. 14 Fahrmischern bedienen werden. Über die Zusammenarbeit mit den Firmen Hofschröer und Tilebein kann ich nur sagen, dass alle sensiblen Betonierabschnitte im Vorfeld mit uns besprochen und sehr gut organisiert wurden.“

Bis November 2010 sollen die Betonierarbeiten einschließlich Überbau sowie der Straßenbau – in ARGE mit der Firma Dieckmann – abgeschlossen sein. Die endgültige Fertigstellung ist für Juli 2011 geplant.