Im Juni 2002 haben das Land Niedersachsen und die Freie Hansestadt Bremen eines der größten norddeutschen Infrastrukturvorhaben der vergangenen 50 Jahre auf den Weg gebracht: den JadeWeserPort in Wilhelmshaven, Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen für zukünftige Großcontainerschiffe. Dieser soll im Oktober 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Dann werden die ersten hochmodernen Schiffsgiganten in Wilhelmshaven anlegen.
Der Standort direkt am Jadebusen bietet ideale Voraussetzungen: Der geplante Hafen kann mit einer kurzen Revierfahrt von nur 23 Seemeilen und tideunabhängig von Containerschiffen der nächsten Generation angelaufen werden. Diese Schiffsriesen haben eine Kapazität von mehr als 8.000 TEU (= Standard-Containern), eine Länge bis zu 430 Metern und Tief-gänge bis zu 16,50 Metern.
An der geplanten 1.725 Meter langen Stromkaje sollen vier Großcontainerschiffe und Feederschiffe mit bis zu 17 Containerbrücken zeitgleich an einem Terminal abgefertigt werden.
Nach seiner Fertigstellung ist der JadeWeserPort der östlichste Tiefwasserhafen der europäischen Nordrange (zwischen Le Havre und Hamburg). An die Terminalfläche mit 120 Hektar wird sich der Hafengroden anschließen, eine Logistikzone mit 170 Hektar Fläche zur Ansiedlung hafennaher Industrie- und Logistikunternehmen. Hier wird auch ein Güterverkehrszentrum eingerichtet. Weitere 400 Hektar zusammenhängende Flächen können bedarfsgerecht erschlossen werden. Die Verkehrsträger Bahn und Straße werden leistungsfähig angeschlossen; die Bundesautobahn A 29 endet unmittelbar vor dem Güterverkehrszentrum im Hafengroden. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 950 Millionen Euro.
Die notwendigen Baumaßnahmen zwischen 2008 und 2010 sind gewaltig. Im Mittelpunkt steht die Herstellung von 370 Hektar neuer Hafenfläche mit Kaje (Uferbefestigung) sowie Flügel- und Uferwänden. Geplantes Baumaterial: ca. 40 Mio. m3 Sand, 500.000 Tonnen Steine, 50.000 Tonnen Stahl und 85.000 m3 Beton. Der Beton wird von der Liefergemeinschaft Transportbeton JadeWeserPort geliefert. Die technische Geschäftsführung liegt bei der Transportbeton- und Bauhandelsgesellschaft Lüderitz, die kaufmännische bei sibobeton Papenburg.